Begleiten statt erobern

Begleiten statt erobern. Missionare als Gäste im nordargentinischen Chaco.

Missionare als Gäste im nordargentinischen Chaco

Von Ute und Frank Paul (Hrsg.)
Neufeld Verlag
190 Seiten, 16,90 Euro

Aus dem Vorwort von Siegfried Grossmann: „Fast immer, wenn Missionare auszogen, um menschen das Evangelium zu verkünden, brachten sie eine schwerwiegende 'Nebenwirkung' mit. Denn sie importierten auch die westliche Kultur, oft in Verbindung mit den politischen Ansprüchen der Kolonialmächte. Auf der einen Seite befreiten sie die Menschen zu der Freiheit, die im Neuen Testament als Wirkung des Heiligen Geistes beschrieben wird, um sie auf der anderen Seite kulturell und politisch zu knechten. [...]
Eine wirkliche Wende ist bis heute nicht erfolgt, aber langsam erwachsen aus zarten Ansätzen Beispiele, wie es gelingen kann, das Evangelium kontextuell zu verkündigen, also in Übereinstimmung mit der Tradition und Kultur der Menschen, zu denen es gelangen soll. Missionare mit westlicher Kulturtradition müssen dazu einen langen Weg der Selbstverleugnung gehen, ehe ihnen das gelingt.”

Ute und Frank Paul stellen in diesem Buch ein neues Paradigma für die Mission vor, das dazu herausfordert, sich im fremden Land nicht mehr als dominierende Leiter zu verstehen, sondern vielmehr als lernende Begleiter.

Rezension

von Dr. Roland Werner, Marburg

Wenn es ein Buch über Mission gibt, das unbedingt lesenswert ist, dann dieses. Ute und Frank Paul und ihre Mitautoren entwerfen in „Begleiten statt Erobern“ ein Bild von Mission, das ganz vom Geist Jesu geprägt ist. Ein Bild, in dem nachvollziehbar wird, wie Mission nicht kulturverändernde Einflussnahme von außen, aus einer vermeintlich überlegenen Position heraus sein muss, sondern ein einfühlsames Mit-Gehen und Mit-Leben in einer einheimischen Kultur. Einer Kultur, die entdeckt, dass Jesus Christus nicht „der Fremde“ ist, der Gott der Weißen, sondern die Erfüllung ihrer tiefsten Ahnungen und Hoffnungen.

„Mision sin Conquista“ – Mission ohne Eroberung: So heißt der Titel des spanischen Originals. Das knallt! Und zwar gerade im lateinamerikanischen Kontext, in dem die spanische „Conquista“ der Indios mit Schwert und Kanonenpulver vermeintlich im Namen des Kreuzes geschah. Dort war Mission und Eroberung auf das Engste verknüpft. Ein unseliges Erbe, dass sich bis auf den heutigen Tag in vielen Bereichen Südamerikas auswirkt. Nicht zuletzt auch in der offiziellen Polemik gegen einheimische evangelische Kirchen als vermeintliche „nordamerikanische Sekten“. Doch die Koppelung von Thron und Altar, von Schwert und Kreuz war und ist immer ein Irrweg, der den Blick auf die befreiende Dynamik des Evangeliums versperrt. Auch deshalb bin ich so froh über dieses Buch.

Denn „Begleiten statt Erobern“ ist mehr als ein missionstheologischer Rechenschaftsbericht, mehr auch als ein spannender persönlicher Erfahrungsbericht, mehr als ein Leitfaden zu anteilnehmendem Einfühlen in eine fremde Kultur und Gesellschaft. All das ist es, und noch mehr. Ute und Frank ist es gelungen, die Toba, ein indianisches Volk im argentinischen Chaco, für den Leser zu Nahen, zu Nächsten zu machen. Unweigerlich werden wir hineingezogen in das Leben, in die Ängste und Freuden, in die Ausweglosigkeiten und tiefen Weisheiten, in die Erfahrungen erlebten Unrechts und die Erfolge der Toba. Die beiden Deutschen haben viele Jahre dort mit den Menschen gelebt, mitten unter ihnen, und haben gemeinsam mit einem internationalen Team von Missionaren aus verschiedensten Konfessionen, ein neues Paradigma von Mission gelernt. Einen Weg, wo nicht der eine über dem anderen steht, nicht die eine die andere lehrt, sondern alle gemeinsam auf dem Weg sind, und der Heilige Geist sich in überraschender Weise als Lehrer aller erweist.

Da sein, schweigen, warten, hören, und noch einmal warten. Mate-Tee trinken, Weinen mit den Weinenden, Tanzen mit den Fröhlichen, Protestieren mit den Übervorteilten, das und vieles mehr machte den Alltag der Pauls unter den Toba aus. Nicht nur Missionsinteressierte sollen und müssen dieses Buch lesen. Nein, es enthält ungeheuer wertvolle Einsichten und Wegweiser auch für unsere Aufgabe in unserem Land, einer zerfallenden Kultur neue Hoffnung, neuen Glauben und neue Liebe im Namen von Jesus zu schenken.

Dass außer Frank und Ute Paul auch der langjährige Freund und Wegbegleiter der Toba, der kanadische Mennonit Willis G. Horst mit einem Beitrag mit dem Titel „Anfänge und Entwicklung einer eigenständigen indianischen Kirche – Üpber die indianische Spiritualität der Toba/Qom-Christen im argentinischen Chaco“ zu Wort kommt, macht das Buch doppelt lesenswert. Horst beschreibt die ganz eigenständige Spiritualität der Toba, in der das indianische Erbe nicht verdammt oder verdrängt wird, sondern durch das Evangelium hindurch neu als Geschenk der Vergangenheit begriffen wird, das auch für die Zukunft einen Weg zeigt. Und ganz spannend ist das Kapitel von Orlando Sánchez, selbst ein Toba. Er arbeitet als Ausbilder an der Fachhochschule des Chaco für indianische Lehrkräfte und ist selbst Bibelübersetzer und indianischer Anthropologe. Sein „Einblick in die traditionelle Kultur des Toba-Volkes hat das Ziel: „Diese kurze Darstellung möchte einige unserer Gewohnheiten und Traditionen vorstellen, die über Jahrhunderte mündlich weitergegeben worden sind. Diese Reichtümer wurden von unseren Vätern, Müttern und Großeltern über Generationen bewahrt.“ Sanchez eröffnet uns einen Blick in das Herz der Toba-Kultur. Gerade weil er sie als Reichtum begreift, kann er – so wie die anderen leitenden Toba-Christen – seinen Stammesgenossen auch den Reichtum der Guten Nachricht aufschließen. Dass bei dieser Begegnung indianischer Weisheit und biblischer Wahrheit auch – jedenfalls für uns Deutsche – überraschende Einsichten gewonnen werden können, zeigt ein Abschnitt aus dem Beitrag von Horst: „…Joel Jara, ein 55 jähriger Pastor einer Toba/Qom-Kirche, brachte dieses weit verbreitete geistliche Verständnis des Wirtschaftens in einer Auslegung zu 2. Tessalonicher zum Ausdruck: "Schon unsere Vorfahren haben die Liebe Gottes verstanden. Sie wussten, wie man miteinander teilt, wenn jemand nichts hatte. Aus diesem Grunde wissen wir, dass jedes Mal, wenn ein nicht-indianischer Pastor oder Missionar uns zum Arbeiten drängen will und dazu den Text aus 2. Tessalonicher 3.10 verwendet, in dem es heißt: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen", dann wissen wir, dass diese Person keine Liebe von Gott in sich hat."

„Begleiten statt Erobern“ ist ein Buch, geschrieben mit Liebe und mit Feuer, mit prophetischer Klarheit und einfühlsamer Zuwendung. Ich danke Ute und Frank Paul, das sie uns damit ein Geschenk machen, das unser theologisches Denken erweitern und unsere Herzen neu öffnen kann. Es ist nicht nur ein Buch über den Chaco und die Toba. Es ist auch ein Buch über Gott und seine Wege mit uns.

Das Buch von Ute und Frank Paul ist als aktualisierte Ausgabe auch auf englisch...

Mission Without Conquest

An Alternative Missionary Practice

Almost sixty years ago, the Mennonite missionary team working in the Argentine Chaco decided to look for ways to be effective in their ministry while being faithful to Jesus' lifestyle and teaching. They left behind paternalistic models and "conquering" methods and were liberated from the mindset of forming a denominational church. As a result, they found an alternative missionary style of walking alongside those they worked with, giving priority to the integrity of the local people. "Mission Without Conquest" is a historical narrative of how the Toba Qom people of the Argentine Chaco followed Jesus' way from the time of their conversion until the formation of an autóchthonous church. This book embodies a new way to approach the church's missionary task - a way that makes the mission of Jesus Christ the paradigm for Christian mission until his return.

For the english version, print or digital, please contact.Frank Paul, email

Rezension (english)

by C. René Padilla, Buenos Aires

The title of this work synthetically expresses not only its content but also a new way to approach the missionary task of the church. A way that is more harmonious with the Gospel of Jesus Christ. A way that makes of Jesus Christ’s mission – the Word made flesh that dwelt among us – the paradigm for the Christian mission until the end of the age.

It must be clarified that the novelty of this missionary approach does not mean that its essential characteristics have been totally absent from the ways to do mission in the past. The novelty consists in that the authors of this book have rediscovered a way to do mission that is in sharp contrast with another way that was so common that the Christian mission became closely associated with the political and economic power of the empires beginning with Constantine.

In fact, the history of modern foreign missions, both Roman Catholic and Protestant, is a history of light and darkness: light derived from the spirit of dedication and sacrifice of many missionaries, perhaps the majority of them; darkness resulting from the spirit of conquest imbedded in Western culture.

In his classical work The Other Spanish Christ: A Study in the Spiritual History of Spain and South America, John A. Mackay shows that the Iberian conquest beginning in 1492 was in reality a religious epic inspired by the mystic motive of Roman Catholic King Ferdinand and Queen Isabel. With a real sense of mission, Spain approached the conquest of the New World for the purpose of converting it into a Roman Catholic continent. The cross and the sword worked in partnership and, in the name of evangelization, the sword took care of opening the way to the cross. For Mackay, this was the original mark of Spanish Christianity.

We must recognize, however, that the close association between mission and empire is also part of the history of Protestant missions. As Dav¡d J. Bosch has afirmed in Transforming Mission: Paradigm Shifts in Theology of Mission: “Surveying the great variety of ways in which Western cultural norms were, implicitly or explicitly, imposed upon converts in other parts of the world, it is of some significance to note that both liberals and conservatives shared [and unfortunately many still share] the assumption that [Western] Christianity was [and still is] the only basis for a healthy civilization; this was a form of consensus so fundamental that it operated mainly on an unconscious, prepositional level.”   

What is new in what Willis Horst, Ute Mueller-Eckhardt and Frank Paul offer in this book is nothing more than the rediscovery of mission without conquest, that is, a  missionary alternative radically different from the mission shaped by the spirit of conquest described by Mackay and Bosch. It is an alternative forged in the heat of a long period of living with indigenous communities and of deep reflection on the meaning of contextualization of the Gospel in a culture totally different from that of the missionaries.

From a biblical perspective, every disciple of Jesus Christi is called to participate in the mission of God in the world. One of the values of Mission Without Conquest is that it offers an excellent illustration of how to carry out this task. Of course, it is especially related to transcultural missionary work among indigenous communities that represent the most neglected sector of the population in Latin America in general and in Argentina in particular. At the same time, however, it shows what it means to practice the principles that must characterize every effort to communicate the Gospel.  

If this work inspires the readers to humbly share the good news of Jesus Christ in their own situation without a spirit of conquest, both the authors and the editors will be extremely pleased.

und (mit 100 Extraseiten) als Originalausgabe auf spanisch erhältlich!

Mision sin conquista

Acompañamiento de comunidades indígenas autóctonas como práctica misionera alternativa

A través de los siglos la iglesia de Jesucristo va buscando cómo llevar adelante la tarea de hacer conocer el evangelio en todo el mundo: maneras eficaces que a la vez sean fieles al estilo de presencia que vivía y enseñaba Jesús. Hace más de 55 años, la presencia misional de las obreras y los obreros del Equipo Menonita en el Chaco argentino se volcó a la búsqueda prácticas no paternalistas ni colonizadoras. Ante los horrores cometidos en el nombre de Cristo durante la histórica conquista de América, la misión entre pueblos indígenas exige tal sensibilidad. Este estilo alternativo de misión se resume en un caminar al lado de otras y otros que también están buscando la Vida, priorizando la integralidad de los pueblos y las personas, sin pretensiones de superioridad sino con debilidad y vulnerabilidad, como anduvo Jesús.

Misión sin Conquista es para todos y todas quienes buscan modelos alternativos de misión. El libro contiene un relato histórico del camino de fe del pueblo Toba-Qom en el Chaco argentino desde los años de su conversión al camino de Jesús, describe el desarrollo de una iglesia autóctona que se fortaleció por el acompañamiento en pos de la autogestión de las comunidades receptoras del evangelio y cuenta la experiencia vivencial de uno de los matrimonios del Equipo Menonita.

En caso de interés (en versiónes digitales) por favor comunicarse con Frank Paul.

Rezension (spanisch)

von Nestor Cornara

En el libro “Misión sin Conquista” los autores nos invitan a una búsqueda –lo expresan así- “a buscar cómo llevar adelante la tarea de hacer conocer el evangelio en todo el mundo, en formas más eficaces que a la vez sean fieles al estilo de presencia que vivía y enseñaba Jesús”.

El Equipo Menonita se volcó a esta búsqueda hace más de 55 años. Dejando de lado todo intento “conquistador” y liberarse de la necesidad de dejar como legado una “iglesia denominacional”.

Encontraron un estilo alternativo de misión: “caminar al lado de otros que también están buscando la Vida”. Entonces, esta invitación que hacen es para todos los que están en esta búsqueda. Para esto:

  • Relatan históricamente el camino de fe del pueblo toba-qom en el Chaco argentino desde los años de su conversión al camino de Jesús.
  • Describen el desarrollo de una iglesia autóctona que se fortaleció por el acompañamiento en pos de la autogestión de las comunidades receptoras del evangelio y,
  • Cuentan la experiencia vivencial de uno de los matrimonios del Equipo Menonita.

A decir verdad lo primero que me llamó la atención fue el título, que más que título es una proclamación, una declaración, una afirmación. Decididamente “Misión sin conquista” define explícitamente que hay otra forma de hacer misión, ésta en contraste u oposición a la otra “misión”, a la de la conquista. En relación a este tema en el prólogo René Padilla hace mención –con justa referencia– al libro de Juan A. Mackay “El otro Cristo español”. Creo también, que para tener un cuadro completo de la realidad de aquellos años, habría que añadir a esta trilogía el libro “Las venas abiertas de América latina” del escritor uruguayo Eduardo Galeano. Willis Horst dice al respecto:

“El Señor nos envió a los pueblos originarios del Chaco en un contexto posconquista. El legado de la conquista está sellado en cada célula de la memoria de los indígenas chaqueños. No pasa ni un día en que los efectos de la conquista no se hagan sentir. La conquista no se limitó a lo militar, sino que abarcó lo cultural y lo espiritual. Es más, las atrocidades del genocidio, el etnocidio y el deicidio se cometieron en nombre del dios de los conquistadores, los cristianos, y con toda su autoridad”.

En  “Misión sin Conquista” los autores nos comparten su historia, junto al pueblo Toba-qom en el Chaco argentino. En este relato nos cuentan el camino que han transitado desde los inicios de la Misión Menonita en 1943 hasta nuestros días como Equipo Menonita, hace casi 70 años. Menciono esto con mucho respeto y reconocimiento a todos los misioneros extranjeros, los de antes y los de ahora, que han venido a dejar sus vidas en el monte chaqueño. También a los argentinos que se les han unido en estos últimos tiempos.

CAMBIOS DE PARADIGAMA

Jesús vino para compartir su vida con nosotros, así lo entienden ellos al tomarlo como ejemplo y modelo de misión integral. Lo que surge de sus páginas es para que    reflexionemos en la forma que hacemos misión y nos desafían a reconsiderar los caminos, las estrategias y los programas en los que hemos envuelto y condicionado a la misión y, si es necesario, desandar esos caminos y cambiar los paradigmas que tenemos de misión.

MISIÓN AL ESTILO DE JESÚS

La “práctica misionera alternativa” que presentan no es otra cosa que lo que ellos interpretan lo que fue la misión de Jesús. Ellos conviven -“viven con”-  el pueblo toba-qom. Como lo hizo Jesús al venir hasta nosotros. “Aquel que es la palabra se hizo hombre y vino a vivir entre nosotros” (Juan 1.14). Es lo que conocemos como misión encarnacional. Una misión más comprometida “con”, no “para” el otro.

Dios, en la persona de Jesús, se inserta en la historia. Interviene e influye en el mundo y se involucra e inspira a la Iglesia. Mencionan en el libro:

“Cuando desde el Equipo Menonita hablamos de nuestra praxis misionera como una alternativa, la idea no es poner nuestro estilo en contra de otras formas de presencia misionera ni proponerlo como superior a otros. Lo que entendemos es que este estilo de acompañamiento es la manera más adecuada al contexto de los pueblos originarios chaqueños”.

EN EL ACOMPAÑAMIENTO

El hecho de que se hable de “acompañar” o “caminar” no es algo metafórico, como el “peregrinaje del cristiano”, sino literal.

“La convivencia con gente indígena –dicen- nos convenció del  acompañamiento mutuo.  La gente indígena también nos acompaña a nosotros. Nos hospedan, tanto cultural como físicamente. El anuncio del evangelio se hace en gran parte al escuchar, al prestar atención. La conversión se logra mutuamente”.

Me hizo recordar cuando Jesús comienza a caminar con los dos discípulos hacia Emaús. Jesús el caminante aunque es un “extranjero” (extraño, forastero, peregrino, o visitante como dice una versión), se une a ellos, se acomoda a su ritmo, ni adelante ni atrás,  se pone a caminar a su lado. A compartir la angustia, el dolor, el sufrimiento. El caminante desconocido se interesa por la vida de sus compañeros de camino. Se dice que el sufrimiento, compartido, es la mitad de sufrimiento. En este sentido es un cambio de paradigma. Ni adelante, ni atrás ni desde arriba (que representa el poder), sin pretensiones de superioridad. Sino al lado, junto a… acompañando.

GIRO COPERNICANO

La Misión también tuvo su giro copernicano: de “Misión Menonita a Equipo Menonita”. En 1954 aprovecharon los servicios de especialistas en antropología y lingüística. Las Sociedades Bíblicas Unidas enviaron al matrimonio Guillermo y María Reyburn al Chaco para ayudar a comprender el contexto misionero y comenzar el análisis lingüístico del idioma toba. Alberto y Lois Buckwalter, quienes eran misioneros menonitas en el Chaco en aquel tiempo, a partir de la ayuda que obtuvieron comenzaron a reconsiderar cómo llevar a cabo la tarea misionera con creatividad y valentía. Dieron la espalda al proselitismo denominacional y pusieron todos sus esfuerzos en la traducción de la Biblia y las visitas pastorales. En definitiva se convirtieron en los principales protagonistas de la modalidad de hacer misión sin formar iglesias denominacionales y sin imponer teologías importadas. Misión sin conquista, sin paternalismo y sin violencia. Así lo expresan:

“Nos ayudaron a entender que cada pueblo tiene su historia, sus tradiciones, su enfoque cultural, su manera de encarar la realidad, y que cualquier novedad que llega es recibida e interpretada en términos de toda experiencia que ese pueblo ha tenido hasta ese momento, y que es imposible que respondan auténticamente a Dios de otra manera que no sea la propia”.

LIDERAZGO

Un cambio de paradigma en el liderazgo. En 1955, después de un tiempo de búsqueda, se cerró la Misión Menonita. Los misioneros menonitas entregaron la tierra a las familias tobas que estaban viviendo en ella. También entregaron a los mismos dirigentes tobas las tres iglesias que habían comenzado. Confiaron en el poder del Espíritu Santo y en los hermanos. Pero a la vez, se comprometieron a no abandonar a los hermanos tobas. Así comenzó una nueva etapa en la relación de los misioneros menonitas con los indígenas tobas. Tomaron decisiones importantísimas.

  • Dejaron de considerarse los dueños de las iglesias de los hermanos indígenas.
  • Basaron su decisión en que Dios mismo era capaz de formar su iglesia entre los indígenas.
  • Se designaron simplemente “obreros fraternales” o “misioneros-huéspedes”.

Con respecto a esta decisión, escriben:

Un misionero huésped llega como visita, no como dueño, guerrero, jefe, encargado o dirigente. Respeta a los dueños, comparte la vida, va conociendo las costumbres, saberes y capacidades de sus anfitriones e intenta ubicarse apropiadamente para no causar problemas o divisiones.

Nos ayuda mucho mantener en mente que estamos de visita y que no somos entrevistadores o investigadores. Entendemos que de esa manera también transmitimos a nuestros anfitriones que no hemos llegado con una agenda fija y que queremos acercarnos a su forma de pensar y concebir las cosas.

A fines de la década de los 50, los misioneros menonitas y algunos líderes espirituales toba-qom se pusieron de acuerdo para organizar una iglesia que fuera completamente indígena. Por eso no hay Iglesia Menonita, sino la Iglesia Evangélica Unida. Hoy día, los toba-qom atribuyen esa idea al Espíritu Santo.

CÍRCULO BÍBLICO

También aquí hay un cambio de paradigma. Es muy sugestiva la imagen. Es un círculo, no una pirámide. El Círculo Bíblico de acuerdo a como ellos lo entienden es más que una célula como la conocemos nosotros o un grupo casero de estudio bíblico. El círculo en las culturas indígenas representa la igualdad, unidad, plenitud. El círculo incluye a todos: mujeres, hombres, alfabetizados y analfabetos.

En el Círculo Bíblico no hay alguien que enseñe y los demás aprenden, como en el viejo concepto de la educación bancaria, donde uno sabe mucho y los demás poco. “Estar en círculo es como estar en casa: se puede conversar las cosas de Dios y de la vida de manera natural”, dicen ellos.

Los propios indígenas –siguen relatando- nos enseñaron el valor profundo del diálogo teológico intercultural. El formato del círculo para la conversación con los textos de la Biblia permite escuchar la voz de Dios desde la óptica indígena. En el Círculo Bíblico todos enseñan y todos aprenden. Junto a ellos, el Equipo Menonita sigue aprendiendo a estar presente sin conquistar —ni para la denominación cristiana que nos envía ni para la cultura en la cual nos formamos.

ESCUCHAR AL OTRO SIN INVASIÓN

En este sentido también es un cambio de paradigma. Es un acercamiento hacia el otro que tiene otra cosmovisión del tiempo y del espacio. Mucho del acompañamiento a los indígenas incluye tiempos de conversación con ellos y  respetan sus espacios sin imposición, sin usurpación y sin adueñarse de sus tiempos. Hay que saber esperar en esos encuentros. Dicen:

“Nos ayuda mucho mantener en mente que estamos de visita. En el mundo blanco rigen otras costumbres, ritmos y reglas, como la de hacer muchas preguntas. Pero queremos entrar en el mundo aborigen como huéspedes respetuosos. Tratamos de esperar hasta que ellos toquen el tema que quieran, o hagan la pregunta que les importe. Eso puede tardar un buen rato. Ese rato se hace valioso una vez que llegamos a experimentar cuánto sucede en el silencio. Aguantar el silencio en los encuentros es como tensar las cuerdas de la atención e  intuición”.

Ya en el final, expresan:
“De la misma manera, la práctica misionera alternativa procura alcanzar el mismo resultado final que plantean las prácticas misioneras clásicas en que buscamos difundir el amor de Dios, hacer conocer el camino de Jesucristo, aportar a la transformación de la Creación y promover la sanidad integral tanto de otros como de nosotros mismos. Anhelamos inspirar a otros a caminar con la esperanza que Jesucristo puede dar”.

DESDE LA RED MISIONES MUNDIALES / COMIBAM ARGENTINA RECOMENDAMOS ESTE LIBRO POR SER:
Útil
en la tarea misionera que Dios nos ha encomendado. Lo usamos como libro de texto en nuestro Programa de Capacitación Misionera Básica (PCMB).
Desafiante a hacer misiones a la manera de Jesús “como práctica misionera alternativa”. En este sentido lo recomendamos tanto para contextos transculturales como contextos urbanos.
De inspiración porque necesitamos aprender de los que saben, de los que ya han regresado, de aquellos que ya han experimentado tanto éxitos como fracasos (y  que éstos últimos que cometemos frecuentemente deseamos que sean cada vez menos).

Von

  • Frank Paul

    Koordinator der Internationale Partnerschaften und Projekte der Offensive Junger Christen; lebte von 1990-2008 mit seiner Familie in Argentinien, davon 13 Jahre im Chaco.

    Alle Artikel von Frank Paul
  • Ute Paul

    Sie und ihr Mann Frank leben in Gotha-West und engagieren sich gemeinsam mit der senfkorn.StadtTeilMission für die Menschen in dem Plattenbauviertel.

    Alle Artikel von Ute Paul

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