20 Jahre OJC in Greifswald

20 Jahre OJC-Auspflanzung in Greifswald

Grußwort

Liebes Team der OJC hier in Greifswald

herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Bestehen der Greifswalder Außenstelle der OJC! Wir – das sage ich jetzt ausdrücklich im Namen der Nord­kirche – freuen uns, dass Sie hier sind! ­Bischof Berger hat Sie damals eingeladen und Sie sind gekommen! Vielen, vielen Dank! In unserer gottvergessenen Region sind Menschen, die aus dem Glauben leben, ein unvergleichlich wichtiges ­Ferment für Kirche und Gesellschaft.

Gottvergessen, das meint nicht, dass Gott Vorpommern vergessen hätte. Nein, die Menschen in Vorpommern haben Gott vergessen. Zwar waren die Menschen hier noch nie besonders fromm, aber der heutige Zustand ist schon für Europa außer­gewöhnlich. Traditionell sagte man – damit beziehe ich mich jetzt auf die Zeit bis zum II. Weltkrieg: „In Hinterpommern (also jenseits der Oder) kann man die Menschen nicht aus der Kirche herauspredigen und in Vorpommern nicht hinein.“ Die Leute in Hinterpommern waren frömmer. Dort hatte es im 19. Jahrhundert eine Erweckung gegeben. In Vorpommern war dagegen die Christianisierung nie richtig in den Herzen angekommen. Das mag mit der schwierigen Geschichte des christlichen Glaubens in Vorpommern seit der Christianisierung vor knapp 900 Jahren zusammenhängen. Auch wenn der Apostel Pommerns, Bischof Otto v. Bamberg, bei seiner Mission friedlich vorgegangen ist, war es doch eine Mission von oben nach unten. Man gehörte in den folgenden Jahrhunderten zur Kirche, war aber weitgehend nicht von innen gewonnen. Dann kamen im 20. Jahrhundert mit der Nazizeit und der darauffolgenden DDR zwei Systeme, die die Entfremdung vom christlichen Glauben beförderten und die Kirche schrumpfen ließen. Mit der Wende kam eben nicht – wie viele erhofften – eine Rechristianisierung, sondern der Rückgang der Zahl der Christen in der Gesellschaft setzte sich fort. Heute sind in Greifswald (und auch in ganz Vorpommern) ca. 16% evangelisch, 3% katholisch, 1% freikirchlich. Das heißt nur knapp 20% der Bevölkerung, ein Fünftel, sind Christen. Das ist eine große Herausforderung.

Notwendig ist ein geistig-geistlicher Neuaufbau. Das passt gut zu dem Ziel, das sich die OJC gesetzt hat: „Menschen in Jesus Christus Heimat, Freundschaft und Richtung geben.“ Mir ist das Stichwort „Heimat“ wichtig. Nachdem es lange Zeit verächtlich gemacht wurde, entdecken es heute viele neu. Sie gehörten offensichtlich zu den ersten. Und das ist ja auch so wichtig. Jeder Mensch braucht ein Gefühl dafür, wo er hingehört. Freunde, die in guten und schweren Zeiten zueinanderstehen, sind selten. Durch die Ausrichtung auf Jesus Christus bekommt Ihr Engagement den Tiefgang, den ein geistig-geistlicher Neuaufbau braucht.

So haben wir schon vor 13 Jahren in diesem Sinn gemeinsam das „Haus der Hoffnung“ eröffnet. Ich erinnere mich gern an den Gottesdienst hier im Hof Ihres Hauses. Heute kann ich nur sagen: Vielen Dank für den selbstlosen Einsatz, den Sie mit einem über die Jahre auch leicht wechselnden Team in Vorpommern geleistet haben. Oft haben Sie dies in selbstloser Weise auch unter einem anderen „Firmenschild“ getan, etwa in Weitenhagen, wenn OJCler Tagungen im Haus der Stille durchgeführt haben oder in der Gemeinde, wenn Sie Gottesdienste mitgestaltet haben. Aber auch in der Johanneskirchengemeinde sind OJCler tätig, in der Stadtökumene oder beim Frühstückstreffen für Frauen.

Ich grüße Sie mit dem Wochenspruch der morgen beginnenden Woche: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Gal 6,2). Sie haben unsere Lasten hier in Pommern mitübernommen und dafür danken wir Ihnen sehr. Für die nächsten 20 Jahre wünsche ich Ihnen viel Kraft und Gottes Segen!

Von

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