In der Metropole

Ich kann mich noch gut daran erinnern: Als ich zwischen 14 und 16 Jahre alt war, fragte ich mich immer wieder, ob Christsein nicht noch mehr bedeutet, als nett sein? Ob es eine wirkliche Relevanz für andere hat? Ob sich Christsein von anderen Lebenskonzepten unterscheidet? Mein Gefühl war, dass ich mich von meinen Freunden in der schwäbischen Heimat bis auf ein paar Unterschiede in meinen moralischen Vorstellungen und der Zugehörigkeit zu einem CVJM kaum unterschied. Ok, ich wusste, ich bin gerettet, sie nicht. Dachte ich zumindest. Ansonsten waren wir uns sehr ähnlich, und es gab entsprechend wenig Interesse bzw. Reibungspunkte.

Heute, als Hauptamtlicher im ChristusTreff Berlin, erlebe ich es sehr anders. Es wird immer deutlicher, wie enorm sich mein Lebenskonzept als Jesusnachfolger von vielen um mich herum unterscheidet und anderen durchaus als Reibungsfläche dient. Mit einigen Freunden aus dem linken Spektrum kommt es immer wieder zu Diskussionen, in denen sie auf Grundlage vieler Klischees und Halbwissen mit mir über das debattieren, was sie als „christlich“ wahrnehmen, und das ist zumeist ein Dagegensein. Andererseits erlebe ich auch eine große Offenheit und Neugierde für das, was ich glaube und lebe. Das Spannende dabei: Ich bin für viele die erste Person in ihrem Leben, die Jesus nachfolgt und ihnen von ihm erzählt. Menschen sind oft unglaublich off en dafür, für sich beten zu lassen, auch gerne um körperliche Heilung, und sie sind herrlich überrascht, wenn Jesus dann tatsächlich, manchmal an Ort und Stelle, ihre Beschwerden heilt. Das ist großartig und macht riesig Spaß! Jesusnachfolge stellt sich für mich heute als wirklich revolutionärer Lebensstil in unserer Gesellschaft dar. Und authentisch und unverschämt gelebt, weckt er Interesse, kostet aber auch immer wieder viel Kraft und muss eingebettet sein in eine tragfähige Gemeinschaft, um auch trotz Widerständen lebendig zu bleiben!

Von

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