Das Wunder Gottes ist die Hoffnung

Eine Reise zur Unterstützung der Christen im Irak

Wir, David Müller und Rahel Rasmussen, ­haben zusammen mit der Publizistin ­Christiane Ratz vom 12. – 18. März erneut den Irak ­besucht. Unsere Projektpartner haben uns geholfen, ­Kon­takte zu vielen politischen und geistlichen Akteu­ren und Nicht­regierungsorganisationen, vorwiegend in der Re­gion Kurdistan-Irak, aber auch in der ­Niniveh-Ebene, herzustellen. Viele Beziehungen sind durch unsere Besuche in den vergangenen zwei Jahren gewachsen. „Kirche im Irak“ verbinden wir inzwischen mit ganz konkreten Menschen aus den unterschiedlichsten Denominationen: assyrische, chaldäische, syrische und armenische Christen vorwiegend in den traditionellen Kirchen, die auf der Mission des Apostels Thomas (!) gründen. Außerdem Christen aus evangelischen Freikirchen und die sehr neuen Gemeinden der Konvertiten. Ebenso hatten wir Begegnungen mit Eziden1. Was diese Volksgruppe durch den IS erlitten hat, schreit zum Himmel. Der Völkermord hat sie in eine tiefe Identitätskrise und Hoffnungslosigkeit gestürzt. ­Ihre Not berührt uns sehr. Wir beobachten, wie sich die Situation im Land entwickelt. Unser Gesamtbild erweitert sich – wird aber auch komplexer.

Wir wollen Akteure im Irak unterstützen, die sich für die Rechte von Minderheiten einsetzen, sie miteinander vernetzen und für ihre Anliegen hier in Deutschland und Europa auf politischer Bühne Fürsprache einlegen. Unter unseren Gesprächspartnern sind auch kurdische2 Politiker und Forscher, die das im Blick haben. Für die Zukunft hoffen wir, dass wir unsere Beziehungen nach Bagdad ausweiten können, denn die Situation der Minderheiten hängt u. a. stark von der Arbeit der Regierung dort und von der Zusammenarbeit mit der Regierung der Kurdischen Autonomiebehörde ab. Für dieses Unterfangen sind wir weiterhin auf Gottes Weisung angewiesen, auf Fürbitte und auch auf Spenden, damit David Müller als Beauftragter der ojcos-stiftung hier weiterhin wirken kann.

Die militärische Gefahr durch den IS ist inzwischen begrenzt – viele seiner Anhänger und Sympathisanten sind aber auf freiem Fuß, und die Ideologie der Extremisten gärt noch in vielen Köpfen. Je nach Region sind die Minderheiten vermehrt politischem, rechtlichem und ökonomischem Druck ausgesetzt.

Die Frage der Sicherheit ist für sie noch lange nicht gelöst. Das Misstrauen zwischen den Anhängern der verschiedenen Religionen ist groß – ein Mitein­ander sehr schwer. Eines der Hauptprobleme ist der innerislamische Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten. Aber auch die Christen sind zerstritten und misstrauisch ihren Brüdern und Schwestern gegenüber. Ein christlicher Würdenträger gestand uns: „Wenn es ums Überleben geht, ist es schwer, nicht Erster sein zu wollen.“ Korruption und die ­politische Rolle der Kirche sind ein weiteres großes Problem. Bitte tragen Sie diese Not in Ihren Gebeten vor Gott und bitten Sie um Versöhnung und das Überwinden von Misstrauen.

Viele politische und geistliche Verantwortungs­träger unter den Christen äußerten die Befürchtung, dass in ein bis zwei Jahrzehnten keine christlichen Gemeinden mehr im Land sein würden. Trotzdem, und das ist ebenso erstaunlich wie beeindruckend, geben sie die Hoffnung nicht auf und tun auf poli­ti­scher, geistlicher und gesellschaftlicher Ebene ­alles, was zu einer besseren Zukunft in diesem und für dieses Land beiträgt. Ein Geistlicher sagte uns: „Das Wunder Gottes ist die Hoffnung“. Bitte helfen Sie, diese Hoffnung am Leben zu erhalten!

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