Editorial

Gerade weil wir alle in einem Boot sitzen,
sollten wir heilfroh darüber sein,
dass nicht alle auf unserer Seite stehen.
              Ernst Ferstl

Liebe Weggefährten,

es waren Sommerferien, und die sechsköpfige ­Familie ­Mascher ruderte in einem Schlauchboot die ­Elbe abwärts. Anfangs war alles interessant: Paddeln, ­Steuern, an Schaufelraddampfern vorbei manövrieren, den Proviant verzehren und das Panorama genießen. Nach drei Stunden war die Stimmung gekippt und wir hatten noch eine ganze Stunde vor uns: ­Genervt und frustriert drohte das Unterfangen zu scheitern. Für uns als ­Familie wurde die Erfahrung, „in ­einem Boot zu ­sitzen“, es miteinander nicht nur auszuhalten, sondern auch gemeinsam das Ziel zu ­erreichen, sprichwörtlich.

An einem Strang ziehen

Es gehört zu den schönsten Erfahrungen als ­Gruppe,­ wenn alle an einem Strang ziehen und eine Sache leidenschaftlich voranbringen. Unterschiedliche Begabungen und sich ergänzende Beobachtungen befruchten den Prozess ungemein. Gelingende Gefährtenschaft ist ein Geschenk, für das wir nur dankbar sein können. Leider begegnet uns oft das Gegenteil. Auch in den biblischen Berichten.

Vom Spring- zum Zugseil

Dort wimmelt es nur von rivalisierenden Personen und Gruppen, die ganze Familien, Dorfgemeinschaften und später auch die Gemeinde zu spalten drohen, oder es tun. In den Briefen des Paulus ist immer wieder von der Gefahr die ­Rede, sich ineinander zu verhaken, einander zu hindern oder gar zu binden. Und davon, was passiert, wenn sich im Miteinander das „un­ordentliche Wesen“ und der „Übermut“ einschleichen, oder aus dem Springseil des Miteinanders ein Gezerre des Gegeneinanders wird.

Übung macht den Meister

Schon der gemeinsame Sprung im Springseil ist schwer genug und braucht viel Übung. Erst recht, wenn ein gemeinsamer Auftrag umgesetzt werden soll. „Alle sollen eins sein“ – dieser Imperativ des Meisters scheint für den Leib der Kirche eine noch größere Herausforderung zu sein als alle Gefährdung von außen. Denn wahrhaftige, lebendige Einheit können wir nicht herstellen. Wir können sie lediglich empfangen und dranbleiben: die Fährte des Friedens verfolgen, ihm „nachjagen“, wie es in der Jahreslosung (Ps 34,15) heißt. Wir dürfen den Ursachen des Gegeneinanders auf den Grund gehen und an unserer Konfliktfähigkeit arbeiten. Vor allem aber dürfen wir mit Jesus zusammen den Vater im Himmel um Einheit bitten! So bleibt unser Zeugnis in der Welt glaubwürdig.

Das wünschen wir auch allen Freunden und Lesern, die mit uns unterwegs* sind. Bleiben Sie dran, am Puls der Zeit und lassen Sie sich hineinnehmen in den Herzschlag der Gemeinschaft, zu der wir in Christus berufen sind!

Mit sommerlichen Grüßen, Ihr
Konstantin Mascher
Reichelsheim, 31. Juli 2019

* Über die Gesetzesinitiative von Gesundheitsminister Spahn zum ­Therapieverbot für Menschen mit nichtgewünschten homosexuellen Empfindungen halten wir Sie gern mit unserem Newsletter auf dem Laufenden

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