Trotz Ebola und Krieg

Hoffnungsperspektiven für Rwanda und den Kongo

Durch die Nachrichten ist die Demokratische ­Republik Kongo wieder neu ins Bewusstsein gerückt: Neben den Gräueln der Milizen, die in zielloser Zerstörungswut den Osten des Landes in Angst und Schrecken halten, kostet eine Ebola-Epidemie viele Menschen das Leben. Unser Projektpartner, der Abgeordnete Albert Baliesima kämpft Seite an Seite mit anderen NGOs und Kirchen gegen die Ausbreitung der Krankheit. Wir von der OJC unterstützen ihn dabei auch durch Besuche vor Ort, lassen uns auf seine Sorgen, Fragen und Nöte um sein Land ein – was unseren Horizont erweitert und die Freundschaft stärkt. Ich war vom 29. Juni bis 23. Juli zusammen mit einer Gruppe von „God Cares“ aus Fulda unterwegs. Zuerst im Ostkongo, dann in Rwanda, wo bei dem Genozid von 1995 an vielen Orten grausames Unrecht geschehen ist. Eine Initiative von God Cares baut dort Brücken der Versöhnung zwischen verfeindeten Familien. Wir besuchten in beiden Ländern unterschiedliche Projekte und lernten viele besondere Menschen kennen.

Schrecken im Ostkongo

In dem Städtchen Nobili fand ich es auffällig, wie viele Menschen auf den Straßen und zwischen den Hütten unterwegs waren. Als im April dieses Jahres fünf Dörfer der Kamango Region von Milizen überfallen wurden, mussten viele fliehen. Inzwischen leben 16.000 Haushalte (ca. 100.000 Menschen) von Binnenflüchtlingen in diesem kleinen Ort. Sie wohnen in einfachen Unterkünften, nur mit Planen notdürftig gegen das Wetter geschützt.

Mit Albert und ­einem kleinen Kontingent bewaffneter Soldaten fuhren wir in die Region um ­Kamango. Dort sind vor Monaten fast alle Menschen ­geflohen. Die Hütten verlassen, die Felder von Unkraut überwuchert. Wir ­haben an diesem Tag zwölf Gesundheits­stationen und Schulen besucht und fanden nur leere Gebäude, die Schulhöfe mit Elefantengras meterhoch über­wuchert, die Betten in den Kliniken ohne Matratzen, teilweise zerstört. Die Sicherheitslage ist wegen der unvorhersehbaren Aktivitäten der Milizen in der Gegend prekär.

Hoffnungsperspektiven für Rwanda und den Kongo

Durch die Nachrichten ist die Demokratische ­Republik Kongo wieder neu ins Bewusstsein gerückt: Neben den Gräueln der Milizen, die in zielloser Zerstörungswut den Osten des Landes in Angst und Schrecken halten, kostet eine Ebola-Epidemie viele Menschen das Leben. Unser Projektpartner, der Abgeordnete Albert Baliesima kämpft Seite an Seite mit anderen NGOs und Kirchen gegen die Ausbreitung der Krankheit. Wir von der OJC unterstützen ihn dabei auch durch Besuche vor Ort, lassen uns auf seine Sorgen, Fragen und Nöte um sein Land ein – was unseren Horizont erweitert und die Freundschaft stärkt. Ich war vom 29. Juni bis 23. Juli zusammen mit einer Gruppe von „God Cares“ aus Fulda unterwegs. Zuerst im Ostkongo, dann in Rwanda, wo bei dem Genozid von 1995 an vielen Orten grausames Unrecht geschehen ist. Eine Initiative von God Cares baut dort Brücken der Versöhnung zwischen verfeindeten Familien. Wir besuchten in beiden Ländern unterschiedliche Projekte und lernten viele besondere Menschen kennen.

Schrecken im Ostkongo

In dem Städtchen Nobili fand ich es auffällig, wie viele Menschen auf den Straßen und zwischen den Hütten unterwegs waren. Als im April dieses Jahres fünf Dörfer der Kamango Region von Milizen überfallen wurden, mussten viele fliehen. Inzwischen leben 16.000 Haushalte (ca. 100.000 Menschen) von Binnenflüchtlingen in diesem kleinen Ort. Sie wohnen in einfachen Unterkünften, nur mit Planen notdürftig gegen das Wetter geschützt.

Mit Albert und ­einem kleinen Kontingent bewaffneter Soldaten fuhren wir in die Region um ­Kamango. Dort sind vor Monaten fast alle Menschen ­geflohen. Die Hütten verlassen, die Felder von Unkraut überwuchert. Wir ­haben an diesem Tag zwölf Gesundheits­stationen und Schulen besucht und fanden nur leere Gebäude, die Schulhöfe mit Elefantengras meterhoch über­wuchert, die Betten in den Kliniken ohne Matratzen, teilweise zerstört. Die Sicherheitslage ist wegen der unvorhersehbaren Aktivitäten der Milizen in der Gegend prekär.

Ermutigung entlang der Grenze

Am nächsten Tag ging es in die Region nördlich von Nobili entlang der Grenze zu Uganda. Wieder haben wir zehn Gesundheitsposten und Schulen besucht, die von der OJC mitfinanziert wurden. Kliniken mit guten Matratzen in den Betten, in denen gute ­Arbeit von motivierten Ärzten und Krankenschwestern ­geleistet wird. Hauptsächlich im Bereich von ­Schwangerschaftsvorsorge und Entbindungen, sowie in der Versorgung von Malariapatienten. In vielen Schulen wird in Schichten unterrichtet. Am Vormittag 300 bis 600 Kinder aus dem Dorf, am Nachmittag 200 bis 500 Flüchtlingskinder. In manchen Schulen wohnen die Flüchtlinge. Tags müssen sie die Klassenräume verlassen, am Abend können sie dann zum ­Kochen und Schlafen wieder einziehen. Am letzten Tag fand ein Seminar für Leiter und Pastoren verschiedener Kirchen zum Thema „Hoffnung leben in schwierigen Zeiten“ statt. Organisiert und geleitet hat es Albert, mit dem Fokus, denominationsübergreifend und durch Armutsbekämpfung, die Gesundheitsfürsorge und Bildung in der Region zu verbessern. All diese Maßnahmen wollen den Menschen an ihren Orten helfen, dass ihre Situation besser wird. Suchet der Stadt Bestes!

Ebola weiter bekämpfen

Nach wie vor ist Ebola ein großes Gesundheitsproblem. Weiter südlich von Nobili, in Goma am Kivusee gibt es aktuell wieder viele infizierte Menschen. Albert hat in den letzten Jahren mit Hilfe der OJC ein ­Ebola Verhütungsprogramm gestartet – auf schlichtester Basis: Wasserbehälter, Seife und Desinfektionsmittel wurden beschafft und an die Bevölkerung ausgegeben. Schulungs- und Informationsprogramme wurden über einen lokalen Radiosender und in den Gottesdiensten gehalten. Dies hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass in der Kamango-Region bis heute kein Ebolafall aufgetreten ist.

In Rwanda

Unsere Reise ging weiter nach Rwanda. In Ruyenzi konnte ich eine beeindruckende Versöhnungsarbeit von CARSA (Christian Action for Reconciliation and Social Assistance) kennenlernen. In „Peace Clubs“ an Schulen üben Kinder und Jugendliche u. a. durch Fußballspielen ­ohne Schiedsrichter Möglichkeiten der Konfliktlösung ein. Eine weitere wichtige Aktivität von CARSA sind Heilungs- und Versöhnungskonferenzen in den Dörfern.

Dann fuhren wir mit Christophe Mbonyingabo, dem Projektleiter, über zwei Stunden in die Hügel von Rwanda, um in einem Dorf eine Kleingruppe zu treffen, die an einer Versöhnungskonferenz teilgenommen hat und über das „Cow for peace“ Programm wieder zu gelingendem nachbarschaftlichem Leben gekommen ist. Wir wurden von einer 15-köpfigen Gruppe tanzend und singend begrüßt. Das Lied lautete: Wir danken Gott, ohne ihn wären wir nicht vereint. Danach wurden wir in eine der Hütten gebeten und sieben Menschen, Opfer und Täter im Genozid, erzählten von ihren leidvollen und schmerzlichen ­Erfahrungen aus jener Zeit. In diesem Dorf mit 175 Familien wurden innerhalb von drei Monaten 60 Menschen ermordet. Versöhnung und wieder gelingende Nachbarschaft wurde möglich durch ein siebentägiges Versöhnungsseminar von CARSA. Teil dieses Seminar ist es, dass Opfer und Täter gemeinsam eine Kuh bekommen! Sie bauen dann bei der Hütte des Opfers gemeinsam einen Stall für die Kuh. Das Tier wird täglich von beiden versorgt. Durch diese gemeinsame Verantwortung und die Notwendigkeit, dass der Täter zum Anwesen des Opfers gehen muss und dort mit der Zeit auch Gastfreundschaft erfährt, wird der Versöhnungsprozess gefördert und vertieft. Wer wann eine Kuh bekommt, wird von der Kleingruppe entschieden. Wenn die Kuh ein Kalb bekommt, wird dieses dem Täter übergeben. Für diese Übergabe wird ein Dorffest organisiert, in dem die Versöhnungsarbeit von CARSA weiter bekannt gemacht wird. Ich habe viele offene und fröhliche Gesichter gesehen und Menschen getroffen, die auf gutem Wege zurück zu einem guten nachbarschaftlichen Leben sind.

Wir haben viele Menschen getroffen, die sich um ­Benachteiligte, Kranke und Arme in ihrer Gesellschaft kümmern – mit viel Wissen, großer und herzlicher Zuwendung und auch mit Einsatz von privaten Mitteln. Das stimmt mich hoffnungsvoll für die Zukunft afrikanischer Länder.

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