Das Haus mit der Nummer 30

Seit gut 20 Jahren gibt es in Greifswald eine kleine OJC-Auspflanzung. „Kommt ohne Programm, aber bleibt da!“, so hatte uns damals Bischof Eduard Berger eingeladen, nachdem die Mauer gefallen war und aus „Wir sind ein Volk“ Realität werden sollte. Viele sind aus dem Osten in den Westen gezogen, um Brot und Arbeit zu finden. Andere, vor allem auch Christen, sind in den Osten gezogen, um mit offenen Ohren und Augen für die Menschen dort da zu sein. Wie das praktisch aussieht, erzählen Carolin und Daniel, Maria, Renate und Rudolf. Hier ihre Erfahrungen:

Carolin Schneider lebt mit ihrer Familie, bestehend aus ihrem Mann ­Daniel und heute vier Kindern seit 2015 in Greifswald.

Atmosphäre der Ermutigung

Die Krabbelgruppe ist eine Gruppe für Kinder von 0 bis 3 Jahren, die sich gemeinsam mit Mama (oder manchmal auch Papa) einmal in der Woche bei uns im Haus trifft. Dort wird gesungen, gespielt, gefrühstückt, geredet. Es ist auch ein Ort, an dem manche zum ersten Mal mit dem christlichen Glauben in Berührung kommen und hören, dass sie und ihre Kinder von Gott geliebt sind. Am Wichtigsten ist mir, dass die Treffen von einer Atmosphäre der Ermutigung und Wertschätzung geprägt sind. Kinder sind unsere Zukunft und wir dürfen sie begleiten und zur Entfaltung bringen. Dafür braucht es unsere ganze Kraft und jede Menge Stärkung von außen. Für diese Ermutigung soll in der Krabbelgruppe Raum sein. Suchet der Stadt Bestes! Dazu gehören für mich die Kinder und ihre Mamas!

Daniel Schneider leitet das Haus der Hoffnung

Drehmoment

Unter dem Namen „DREHMOMENT“ haben wir 2019 damit begonnen, in regelmäßigen Abständen Abende für Männer anzubieten. Dabei ist der Name Programm: Die Abende finden dort statt, wo das Drehmoment eine große Rolle spielt – in einer Autowerkstatt mitten in der Stadt. Wir laden Männer ein, zwischen Werkzeug und Autoreifen miteinander über Gott und das Leben ins Gespräch zu kommen. Inspiration dazu bietet ein Livetalk mit einem ausgewählten Gast, der an diesem Abend über die Drehmomente seines Lebens befragt wird. Kulinarisches vom Grill und passende Getränke dürfen natürlich nicht fehlen. Bisher haben sich jeden Abend mehr Männer einladen lassen und das Team aus Mitgliedern verschiedener Greifswalder Kirchgemeinden wächst. Mein Eindruck ist, dass Männer solche Orte brauchen, an denen sie unter sich sind und ehrlich sein können. Ich wünsche mir, dass diese Abende dazu beitragen, dass Männer darin ermutigt werden, Verantwortung in allen Bereichen ihres Lebens zu übernehmen – in Ehe und Familie, im Job und Ehrenamt, zum Wohl unserer Stadt.

Maria Kaissling gehört zu den Pionieren der OJC-Auspflanzung in Greifswald.

„Waaas! Das steht in der Bibel?“

Wenn am Donnerstagmorgen Kaffeeduft durch das Erdgeschoss zieht, dann gibt es ­„Bibel und Brötchen“. Acht bis zehn ältere Damen treffen sich einmal pro Monat zu gemeinsamem Frühstück, Austausch, Bibelimpuls und Gespräch. Entstanden ist diese Gemeinschaft von Kirchenfernen (oder -fremden) aus einer Rückengymnastik-Gruppe. „Als wir jünger waren, hatten wir für Bibel oder Kirche und solche Themen weder Zeit noch Gelegenheit. Doch wir haben viele Fragen...“ –  so fingen wir an. Zu Beginn war alles neu: Lieder, Gebete, selbst die Bibel als Buch war einigen ganz unbekannt. Inzwischen sind wir so vertraut miteinander, dass manchmal noch andere Bekannte zu „B und B“ mitgebracht werden. Und wir können auch sehr persönlich über Existenzielles reden. Dass einige begonnen haben selbst zu beten, andere mit zum Gottesdienst kommen, ist eine gute Frucht und Antwort auf die Sehnsucht nach erfülltem Leben, auch für älter Gewordene. Wichtig ist für uns alle: Wir wissen umeinander, keiner muss allein bleiben mit seinen Sorgen oder Fragen. Und dass jeder von uns noch Zukunft vor sich hat! Ja, das steht in der Bibel!

Renate und Rudolf Böhm leben seit über 20 Jahren in der OJC-Auspflanzung in Greifswald.

Kreis und Kurs

Uns fällt da unser Hauskreis ein, der vor 6 Jahren nach einem Glaubenskurs entstand und sich seitdem wöchentlich trifft. Wir sind 12-15 Menschen ganz unterschiedlicher Prägung. Aber für uns alle ist die Begegnung mit dem lebendigen Wort Gottes und miteinander eine Ermutigung, unseren Glauben in dieser Stadt zu leben, an dem jeweiligen Platz, an den Gott uns hingestellt hat: in der Familie, im Krankenhaus, an der Uni, im Betrieb, im Amt und in der Politik. Und für die Menschen zu beten, mit denen wir ­leben und arbeiten! Wenn das keine Auswirkungen auf unsre Stadt hat ...

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