Do It Yourself!

Aus der Ideenkiste für Gruppen

Ihr braucht keine Burg auf dem Berg, um aktiv zu werden, Menschen in Schwung und ins Nach­denken zu bringen.

Hier eine Anleitung zum Herauslösen und Selbermachen.

Der Start

Gegenstände weitergeben

Damit kann man eine (auch große) Gruppe schnell und unkompliziert miteinander in Kontakt bringen

Geeignet für:   
Alle Altersgruppen als Starter-Aktion zum Warmwerden

Zeit: 5 Minuten, bei größeren Gruppen auch ein wenig länger

Material: so viele kleine Alltagsgegenstände wie Teilnehmer

Wir sagen es so:
„Hier ist ein Korb mit Gegenständen. Bitte nehmt euch einen, der euch gefällt.“ Jeder nimmt einen Gegenstand. „Jeder hat jetzt einen Gegenstand und was ihr mit dem gleich macht, zeige ich euch mit Lukas. Wir stehen uns gegenüber und dann sage ich: „Hallo ­Lukas, ich bin Ute und das ist meine Quietscheente. Ich gebe sie ihm und er sagt: „Danke.“ Jetzt sagt Lukas: „Hallo Ute, ich bin Lukas und das ist mein Schlüssel.“ Er gibt ihn mir und ich bedanke mich. Und jetzt suche ich mir eine Person, die ich noch nicht getroffen habe und wir stellen uns einander gegenüber und ich sage: „Hallo Nadine, ich bin Ute und das ist der Schlüssel von ­Lukas. Achtung: Merkt euch, von wem der Gegenstand in ­eurer Hand ist, er wird weitergegeben, gehört aber weiterhin seinem ursprünglichen Besitzer. Alles klar? Dann legt los!“ Nach einigen Minuten wird die Aktion laut mit ­einem „Stopp“ beendet: „So, jetzt habt ihr ­einen Gegenstand in der Hand, der einem in eurer Gruppe gehört. Jeder bringt bitte den Gegenstand dieser Person zurück. Was, ihr wisst nicht mehr wem? Dann eben rumfragen! Wenn ihr die richtige Person gefunden habt, fragt sie: Was gefällt dir an unserer Gemeinde, Gruppe, Kurs am besten?“

Suchbilder

Geeignet für: Alle Altersgruppen, kleine und große Gruppen

Zeit: 15 Minuten oder bei mehreren Durch­gängen auch länger

Material: Detailfotos

Ansichten austauschen: Diese Aktion ist gut geeignet, um ­Details eines Gebäudes (z. B. der Kirche) oder einer Um­gebung in den Blick zu bekommen, die einem vorher nicht aufgefallen sind. Es geht um Suchen – und das macht neugierig, setzt in Bewegung und bringt beim Finden Staunen und ­Freude. Wir verwenden dabei die Erfahrungen auch im übertragenen Sinne. ­Also z. B. die Diskrepanz zwischen dem, was ich mir vorstelle, und der Wirklichkeit, die ich antreffe. Und was passiert, wenn ich meine Vorstellungen nicht über­prüfe? Wir ­haben sowohl für unsere Michaelskapelle als auch für den Bereich der Oberen Burg Dutzende von Details fotografiert, sie drucken lassen und laminiert. Wir ­haben darauf geachtet, dass die Fundorte der Details inhaltlich bedeutsam sind und wir ­daran einen wichtigen ­Aspekt einer historischen Führung, eine gemeinsame Aktion oder einen kleinen Impuls au­fhängen können. Die Sucher selbst werden dabei zu Führern, die die ­anderen an ihren Fundort führen.

Wir sagen es so:
„Ich gebe je zweien von euch ein Foto mit einem ­Detail. Schaut es gemeinsam an und überlegt, was das sein ­könnte und wo ihr suchen könntet. Was denkt ihr, was es ist? Und jetzt viel Erfolg beim Suchen! Wer einen Tipp braucht, ich werde beim Brunnen stehen.“ Wenn alle fündig geworden sind, sammeln und ­fragen z. B. (nicht alle Fragen auf einmal!):  „Wie ging es euch beim ­Suchen? Was hat euch dabei geholfen, worin ­bestanden die Schwierigkeiten? Was habt ihr euch vorgestellt – und was habt ihr tatsächlich gefunden?“

Schutzengel oder elastische Wände

Geeignet für: Ab ca. 15 Jahren, bis ca. 20 Personen

Zeit: 20 Minuten

Material: Halb so viele Tücher (ca. 60 x 100 cm) wie Teilnehmer, Trillerpfeife

Sicherheit: Auf ebenen Untergrund achten!

Sofort abbrechen (mit Pfeifton), wenn Sicherheit der Blinden wegen Unaufmerksamkeit nicht gewährleistet ist!

Schutzengel fordert von den Teilnehmern hohe Konzentration und Verantwortungsgefühl. Es wird schweigend durchgeführt und braucht große Aufmerksamkeit vom Anleitenden. Nach unserer Erfahrung wird es in beiden Rollen (Blinde und Schutzengel) als eindrücklich und ­verbindend erlebt, und der anschließende Austausch darüber lohnt sich.

Wir sagen es so:
„Bitte verteilt euch im Raum, stellt euch zu zweit zusammen und spannt zwischen euch je ein Tuch quer aus, dass es wie eine elastische Wand ist. Ihr habt gleich die Aufgabe, eine blinde Person, die sich hier im Raum bewegt, davor zu bewahren, dass sie an etwas anstößt. Ihr tut das, indem ihr das Tuch gut gespannt so haltet, dass es die blinde Person sachte in ihrem Lauf bremst. Die blinde Person bleibt stehen, wenn sie das spürt, dreht sich um und läuft in eine andere Richtung weiter. Bitte achtet auf zwei Dinge: Lasst Bewegungsspielraum für die Blinden und schützt sie, wenn es nötig ist. Wer möchte sich freiwillig als Blinder zur Verfügung stellen?“

Weiterführung:

Erst nur eine Person, damit sich alle an die Schutzmaßnahme gewöhnen. Dann können mehr blinde Personen hinzugenommen werden, aber immer nur so viele, dass die Schützenden nicht die Übersicht verlieren. Mit mehr Personen wird die Aktion zunehmend bewegter und die Blinden müssen auch vor dem Zusammenstoßen geschützt werden.

Immer mal wieder Rollen tauschen.
Dann bilden sich Dreierteams, von denen jeweils zwei mit Tuch für eine blinde Person zuständig sind. Die Dreierteams bewegen sich im Raum umher.

Anschließender Austausch über Erfahrungen:
Wie ging es euch in der jeweiligen Rolle?
Was könnte das bedeuten?
Welche Gedanken und Themen aus dieser Aktion möchtet ihr mitnehmen?

Spielbrunnen

Geeignet für: Alle Altersgruppen, kleine Gruppen bis ca. 10 Personen

Zeit: 15 – 20 Minuten

Material: Plastikwanne, Maschendraht, zu einem Zylinder geformt, Pumpe, Schlauch, Holzstangen, die durch die Maschen passen, Knete (etwa ­Nakiplast)

Der Spielbrunnen ist ein augenfälliges Element mit ­hohem Aufforderungscharakter und ein Blickfang ­etwa bei einem Gemeindefest. Der Aufbau kostet ­wenig ­Mühe und Geld, die Knete kann immer wieder neu eingesetzt werden. Kinder lieben es, Gefäße zu formen, aber auch Erwachsene werden dabei kreativ. Der Anblick des nach und nach entstehenden Wassersystems durch die Knetformen lädt zum Nachsinnen ein.

Wir sagen es so:
„Empfangen und teilen. Knete ein Gefäß, wie es dir gefällt und wie es dir entspricht. Baue es dann in den Wasserfluss ein. Zur Auflage dienen die Holzleisten.
Nimm Platz und betrachte das Wasser-Spiel. Wo hast du deinen Platz gefunden? Was erfüllt dein Leben? Was und an wen gibst du weiter? Frage die anderen danach!“

Lernzonenspiel

Geeignet für: ab ca. 12 Jahren, so viele Mitspieler wie Spielsteine vorhanden

Zeit: So lange wie Interesse besteht

Material: Spielfeld mit drei Zonen, Spielsteine, Situationskarten (kann bei uns angefragt werden)

Wir sagen es so:
„Einer von euch zieht eine Karte und liest sie laut vor. Jeder Mitspieler stellt eine Spielfigur in das Feld auf dem Tisch, das am ehesten zutrifft:

Komfortzone: Bereich, in dem man sich sicher und ­vertraut fühlt.

Lernzone: Bereich, in dem man sich auf Neues, nicht Vertrautes einlässt und dabei lernt.

Panikzone: Bereich, in dem man überfordert ist und handlungsunfähig wird.

Wer von euch steht bei welcher Karte wo?“

Seillauf

Geeignet für: Alle Altersgruppen, kleine und große Gruppen

Zeit:  15 Minuten oder bei mehreren     Durchgängen auch länger

Material: 1 Seil, ca. 10 Meter

Sicherheit: Eine bewegungsreiche Aktion aus der Erlebnispädagogik, durch die zersprengte Gruppen zusammenfinden und sich einer gemeinsamen Herausforderung stellen. Die Aktion kann durch die ansteigenden Levels an Können und Wollen der Gruppe angepasst werden.

Wir sagen es so:
„Bitte versammelt euch alle auf dieser einen Seite. Wir beide schwingen dieses große Seil. Eure Auf­gabe ist es, unter dem Seil durch auf die andere ­Seite zu gelangen. Und zwar so, dass niemand dabei das Seil berührt. Geschieht das dennoch, bitte ich alle, die schon drüben sind, zur Unterstützung wieder auf die Anfangsseite zurück zu kommen und es gemeinsam mit den anderen noch einmal zu versuchen. Wenn ihr es geschafft habt, kommt Level II!“

Weitere Levels: • Niemand alleine • Zu viert • Immer genau bei jedem Schlag 2 • in 3 Gruppen usw.

Abschluss

Es hat sich bewährt, die gemeinsame Zeit in einer Runde mit einem kleinen Ritual abzuschließen. Das öffnet jedem Teilnehmer den Raum, zu benennen, was ihm einsichtig und wertvoll geworden ist. Zudem kann das Wir noch einmal aufleben und gefeiert werden. Das bindet die Zeit wie mit einer schönen Schleife zusammen.

Halbsätze

Geeignet für: Alle Altersgruppen, Gruppen bis 30 Personen. Bei Erwachsenen kann es sinnvoll sein, Zehnergruppen zu ­bilden, sodass jeder mehr Zeit hat, sich auszudrücken. Nachteil ist, dass man nicht jeden hört. Das gilt es abzuwägen.

Zeit: 10-15 Minuten oder bei größeren Gruppen auch ein wenig länger.

Material: Vier Satzanfänge, so groß geschrieben, dass man sie auch vom Platz aus lesen kann. Sie können lauten:

„Das Beste war…“, „Heute habe ich verstanden, dass…“ „Ich habe mich darüber gefreut, dass…“, „Ich habe beobachtet, dass…“. Hier können auch andere Satzanfänge hilfreich sein; die Anzahl 4 hat sich bewährt.

Wir sagen es so:
„Ihr habt viel erlebt, habt euch Herausforderungen gestellt, Aufgaben gemeinsam gelöst. Es wurde gelacht, und es war auch mal anstrengend. Jeder hat ­Neues entdeckt und erlebt. Nun gibt es die Gelegenheit, den anderen von euren Erlebnissen und Erkenntnissen Anteil zu geben. Für dieses ‚Beute teilen’ könnt ihr zwischen vier Satzanfängen wählen. Jeder ergänzt ihn mit dem, was er entdeckt hat, was ihm wichtig geworden ist oder besonders gefallen hat. Du kannst deinen Satz beginnen mit den Worten: ‚Das Beste war …’. “

Dann legen wir diesen Satzanfang am Boden aus, ­zitieren den nächsten, legen ihn aus usw. Einen ­Moment warten und dann fragen: „Wer möchte ­beginnen?“ Von hier kann man es offen weiterlaufen lassen oder sagen: „Von Lukas geht es jetzt rechts die Runde.“ Damit hat man eine größere Chance, alle, auch die ­Stillen in der Gruppe zu hören.

Nach dieser Runde ist der beste Moment, um selbst ­einige wertschätzende Worte an die Gruppe zu ­richten: ihre Stärken, die sichtbar wurden, die gute Atmo­sphäre benennen.

Abschlussritual

Zeit: 3 Minuten, die sich lohnen

Wir sagen es so:
„Bitte zum Abschluss noch einmal aufstehen und sich im Kreis aufstellen. Dann den rechten Arm nach oben strecken und sich so drehen, dass der rechte Arm außen ist. Jetzt sieht jeder auf ein Schulterpaar einer Person. Dieser klopfst Du nun mit beiden Händen freundschaftlich auf die Schultern und sagst: Schön, dass du heute mit dabei warst.“ Dann tun das alle gleichzeitig. „Jetzt bitte den linken Arm nach oben, linker Arm nach außen, noch ein Schulterpaar. Und wieder freundschaftlich auf die Schulter klopfen. Schön dass du mit dabei warst.“ Wieder werden alle aktiv.

„Jetzt bitte die Hand der beiden nehmen. Wenn wir die Hände gleich nach oben nehmen, sagen wir „und“ und gehen sie wieder nach unten, sagen wir „Tschüss“ und zwar so laut, dass eure Leute zu Hause merken: Ah, die kommen jetzt wieder.

Von

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