Der Beste kommt noch!

Tom Wright, Von Hoffnung überrascht. Was die Bibel zu Auferstehung und ewigem Leben sagt, Neukirchener, Neukirchen, 2. A. 2016

Wir leben schon die neue Schöpfung

Dieses Buch ist kein Aufruf zum Durchhalten in schweren Zeiten, – denn das Beste kommt ja noch… nach dem Tod –, sondern eine Einladung zu einem offensiven Leben im Hier und Jetzt.    

Was hat es mit der Auferstehung auf sich und was ist gemeint mit „ewigem Leben“? Fragen, die im Lauf der Jahrhunderte ganz unterschiedlich beantwortet ­wurden und zu einiger Verwirrung geführt haben. Der ­anglikanische Theologe N. T. Wright hat sich dieses Themas angenommen, denn es ist viel zu gewichtig, um es mit einem Achselzucken beiseite zu schieben. Er ist davon überzeugt, dass das, „was wir über den Tod und die Auferstehung sagen, allem anderen Form und Farbe gibt“.

Um biblisches Verständnis zu erkennen und von falschen Glaubenslehren zu unterscheiden, hat mir ­einer meiner Bibelschullehrer eine hilfreiche Richtlinie mitgegeben: „Die Aussagen der Bibel können für uns nie eine andere Bedeutung haben, als die, welche sie für den ursprünglichen Leser hatten.“ In diesem Sinn propagiert Wright einen vom jüdischen Verständnis her geprägten Auferstehungsglauben. Die Seele entflieht nicht dem Leib, um als Geist die Ewigkeit in einem immateriellen Himmel zuzubringen. Sondern der Mensch wird als Leib-Seele-Geist-Einheit in einer erlösten Welt leben, dann wenn Gottes Wille auf der ­Erde wie im Himmel geschieht. Diese Überzeugung teile ich.

Aber was bedeutet das für die Zwischenzeit, in der wir leben? Das Reich Gottes hat mit Jesu Tod und Aufer­stehung schon begonnen und es wird bei ­seiner ­Wiederkunft vollendet werden. Als Christen leben ­bedeutet dann, jetzt schon entsprechend den Gesetzmäßigkeiten des Reiches Gottes zu leben. Was nicht heißt, dass wir uns in eine fromme Ecke zurückziehen, um dieser bösen Welt zu entfliehen, sondern dass wir dem Bösen in dieser Welt entsagen. Es heißt, offensiv in der heutigen Welt nach Gottes Geboten ­leben, und dazu gehört die Pflege und Bewahrung der Schöpfung, die Liebe zum Nächsten, das Einstehen für Gerechtigkeit und natürlich auch die Verkündigung des Evangeliums.

Mich hat die Hoffnung, zu der N. T. Wright in seinem Buch einlädt, sehr ermutigt und begeistert, mich für diese Welt und vor allem die Menschen auf dieser Welt einzusetzen und meine Aufgaben als Auferstehungsmensch, so wie er es beschreibt, von ganzem Herzen wahrzunehmen:

„Unsere Aufgabe in der Gegenwart … besteht darin, als Auferstehungsmenschen zwischen Ostern und den letzten Tagen zu leben, wobei unser christliches individuelles und gemeinschaftliches Leben sowohl in unserem Lobpreis als auch in unserem Auftrag ein Zeichen von Ostern und ein Vorgeschmack des letzten Tages ist.“

Es ist ein Buch der etwas anspruchsvolleren Art, dennoch gut verständlich geschrieben – auch für Nichttheologen. Meine Empfehlung: Lest dieses Buch. Lasst euch neu von der Auferstehungshoffnung anstecken und werdet selbst Hoffnungsträger in dieser Welt.               

 

Tom Wright, Von Hoffnung überrascht. Was die Bibel zu Auferstehung und ewigem Leben sagt, Neukirchener, Neukirchen, 20162

Von

  • Silke Edelmann

    Pädagogin und seit drei Jahren wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft.

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