Einsatz gegen Krieg und Seuchen in Kongo

Wieder sind um die Weihnachtszeit erschütternde Bilder aus dem Kongo rund um den Globus gegangen. Unser Freund und Projektpartner Albert K. Baliesima, der als Koordinator der Anglikanischen Kirche seit einigen Jahren das erfolgreiche Aufklärungs- und Hilfsprogramm STAYS (Straigt Talk Among Youth) gegen die Verbreitung der Seuche HIV/AIDS organisiert, hat uns über die Ausmaße der Verwüstung berichtet. Wir konnten Dank der Unterstützung vieler Freunde 5000 Euro aus dem "Feuerwehrfonds" unserer Weihnachtsaktion und zusätzlich 2000 Euro projektbezogener Spenden - also insgesamt 7000 Euro zur Soforthilfe zur Verfügung stellen.
In seiner jüngsten Mail Anfang Januar 2009 beschrieb Albert ausführlich den Hilfseinsatz in Butembo. Hier einige Ausschnitte aus seinem Bericht:

"Von den bewaffneten Auseinandersetzungen ist vor allem die Zivilbevölkerung betroffen. Sie sind von Marodeuren bewaffneter Armeeeinheiten systematisch ausgeplündert und misshandelt, gemeuchelt oder getötet worden. Viele der Familienväter sind tot, viele geschundene und verletzte Frauen müssen ihre Kinder nun alleine versorgen. ...
Seit dem letzten Oktober sind Tausende von Menschen aus den Rutsuru und Masisi-Gebieten auf der Flucht, deren Dörfer nach den Plünderungen fast vollständig zerstört worden waren. Rund die Hälfte der Flüchtlinge ist inzwischen wieder in die Heimatorte zurückgekehrt, aber es fehlt einfach an allem, was zur Bewältigung des Alltags gehören würde: sie brauchen außer den Grundnahrungsmitteln Matratzen für die bescheidenen Schlafstätten, Küchen- und die wichtigsten Haushaltsgeräte.
Die Hilfsorganisation der anglikanischen Kirchenprovinz im Kongo hat in zahllosen Notsitzungen Pläne für die Grundversorgung der Betroffenen geschmiedet und das Mindesthilfspaket für jeden Haushalt geschnürt, um engagierten NGO-s einen Anhaltspunkt für die Unterstützung zu geben. Ein Notpaket aus Gebrauchsgegenständen sollte jeweils mindestens zwei Bettdecken, einen 20-Liter-Kanister, zwei kleine Bratpfannen beinhalten, dazu je 5 Teller, 5 Löffel, 2 Messer, 2 Stück Seife, drei Streifen Sanitätsleinen für Frauen, 5 Stück Kinderwäsche und 5 Trinkgefäße. ...

Ebenso wichtig wie die materielle Grundversorgung ist die emotionale Betreuung der verzweifelten und oft der Hoffnungslosigkeit ausgelieferten Menschen. Das Wissen darum, dass die Welt sie nicht vergessen hat, dass sie in ihrer Not nicht auf taube Ohren stoßen, sondern auf Unterstützung hoffen können, ist für viele so wichtig zum Überleben wie die tägliche Notration.
Die Seelsorger unter der Leitung des anglikanischen Geistlichen Ven. Isesomo ermutigen sie eindringlich, an ihrem Glauben und Vertrauen zu Gott festzuhalten, ihr Leben und ihre Würde nicht wegzuwerfen und sich selbst nicht zu Gewalt und Kriminalität verleiten zu lassen."

Erschütternd und ermutigen zugleich ist das Votum von Makule Tsopera, einem der Sprecher der Flüchtlinge:

"Wir durchleben die schwersten Tage unseres Lebens, und nur wenige Menschen sind uns zur Hilfe gekommen. Das, was uns in Erinnerung bleiben wird, ist das hilfreiche Engagement der Wenigen. Sie sind für mich das stärkste Zeugnis dafür, dass Gott uns nicht verlassen hat in dieser schlimmen Zeit. Mich hat die Predigt eben sehr angerührt, und ich habe Gott gebeten, mir zu vergeben, dass ich an seiner Treue gezweifelt habe. Ich bin eines besseren belehrt worden."

Die Bilder zeigen das Team von Albert K. Baliesima beim Einsatz in Butembo, einer Stadt im Osten der Republik Kongo. (Dezember 2008)

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